Kapelle „Unsere liebe Frau“ Anhofen

Westlich unterhalb des urkundlich 1140 erstmals genannten Ortes – „Ludinta des Steinbach“ in „Annehouen“ im Traditionsbuch des Klosters St. Ulrich und Afra – und 1170 – zwei Brüder vermachten ihr Gut in „Annehouen“ dem Kloster – liegt die Kapelle an der Südseite der Straße von Oberneufnach nach Markt Wald, unmittelbar an der Neufnach. Nach seiner Lage am Anstieg des Buchberges ist der Name „ana“ (althochdeutsch = „bei den Höfen am Hügel hinauf“) zu deuten. Die Fensterformen deuten darauf hin, dass die Entstehung des Chores der nach Süden gerichteten Marienkapelle um 1700 anzusetzen ist. Vermutlich wurde das auch „Käppele“ genannte Gotteshaus 1824 erweitert, mit einem Dachreiter ausgestattet und geweiht. 1948/49 wurde eine Messingglocke eingebaut. Die Kapelle selbst ist ein flachgedeckter, halbrund geschlossener Raum, in den das Licht durch beiderseits in der Apsis eingezogene, kleine, oben und unten rundbogige Fenster und je ein Stichbogenfenster in den Längswänden fällt.

Im Herbst 1994 erstrahlte die vom Einsturz bedrohte Kapelle in neuem Glanz. Im Zuge der Restaurierung, die etwa ein Vierteljahr dauerte, hat der neu gefasste, alte Altar seinen ursprünglichen Platz wieder gefunden. Zwei Engel schmücken den Altar rechts und links. Desgleichen wurden die ehemaligen Fensterformen mit Rundbögen und Sprossen erneuert.

Michael Endler